#71: Wie sage ich’s meinem Chef? – Norbert Schwarz über seinen Weg in die Selbstständigkeit

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Mit einem Bein in der Anstellung, mit dem anderen in der Selbstständigkeit: Ein Erfahrungsbericht

Der Weg von der sicheren Anstellung in die Selbstständigkeit ist ein Prozess, der selten über Nacht passiert. Viele Gründerinnen und Gründer durchlaufen eine Phase des hybriden Arbeitens, in der sie zwischen Anstellung und eigenem Business balancieren. Diese Übergangszeit kann ebenso bereichernd wie herausfordernd sein. Im Gespräch mit Norbert Schwarz, der genau diesen Prozess aktuell durchlebt, haben wir wertvolle Einblicke in diese spannende Transformationsphase gewonnen.

Der Weg zur Gründungsidee – wenn das Hobby zum Beruf wird

Wie bei vielen Selbstständigen begann auch Norberts Weg nicht mit einem ausgeklügelten Businessplan, sondern mit der Suche nach mehr Erfüllung:

“Ich war immer schon gern viel draußen, also schon als Kind. Und dann habe ich ja jetzt schon gemerkt, das war ja dann schon viel immer im Büro. IT und Telekom ist einfach, du sitzt im Büro, du sitzt am Computer”, erzählt Norbert. Als Ausgleich wanderte und mountainbikte er, war viel in der Natur unterwegs.

Der erste Impuls, etwas zu verändern, kam durch eine spontane Idee: “Ich habe eigentlich geschaut, woher man dachte, ich will nebenbei, ich bin gern draußen, ich will was machen, mit Leuten was machen. Wanderführer wäre doch praktisch irgendwie zu machen.”

Bei der Recherche nach Ausbildungsmöglichkeiten stieß er auf einen Kurs für Erlebnispädagogik – und war sofort fasziniert. “Das war dann so das Bauchgefühl. Im Nachhinein kann ich das sagen, dass ich wirklich da auf mein Bauchgefühl gehört habe und gesagt habe, das will ich jetzt machen.”

Von der Weiterbildung zur Geschäftsidee

Interessanterweise war die Selbstständigkeit zunächst nicht Norberts Plan. Er begann die Ausbildung zum Erlebnispädagogen und Outdoortrainer nebenberuflich, während er weiterhin in seinem IT-Job arbeitete. Doch während der einjährigen Ausbildung veränderte sich seine Perspektive:

“Während der Ausbildung hat man gemerkt, da verändert sich was. Das macht mit einem etwas, wenn man sich dafür entschieden hat, das zu machen”, reflektiert er. Durch den Kontakt mit anderen Teilnehmern, die aus dem pädagogischen Bereich kamen, formte sich zunehmend die Idee, seine Erfahrung im Projektmanagement mit der Erlebnispädagogik zu verbinden.

Ein glücklicher Zufall kam ihm zu Hilfe: Ehemalige Kollegen fragten ihn, ob er sie mit seinem Projektmanagement-Know-how unterstützen könne. “Für mich war das eine super Möglichkeit, das hat mir wirklich einen super Zwischendurchschub gegeben, dass ich ein bisschen mich ausprobieren kann, überprüfen kann, kann ich das, wie ist das mit der Selbstständigkeit?”

Der Softstart als Testphase

Diese ersten Aufträge arbeitete Norbert über die Möglichkeit der sogenannten “Honorarnote” ab, die in Österreich bis zu einer bestimmten Einkommensgrenze ohne Gewerbeanmeldung möglich ist. Eine ideale Testphase:

“Es war noch nichts mit selbstständig machen oder so, EPU melden und so. Und das haben wir dann eben so gemacht und das hat sich gut gepasst.”

Parallel dazu begann er, weitere Erfahrungen zu sammeln: Er startete die “Waldläuferbande”, bei der er mit Kindern in der Natur arbeitet – zunächst ohne Bezahlung, um zu testen, ob ihm diese Arbeit überhaupt liegt. “Für mich ist einfach dieser Lerneffekt, dass ich sage, schaffe ich das, geht das und einfach Erfahrungen mitzunehmen.”

Der entscheidende Schritt: Die Kündigung

Nach Abschluss seiner Ausbildung kam der Moment der Entscheidung: “Da war dann der Impuls, da habe ich gesagt, jetzt habe ich Ausbildung gemacht und da habe ich gemerkt, das will ich machen.”

Für Norbert war es ein Dienstagmorgen, an dem er spontan beschloss: “So, heute gehe ich zu meinem Chef und sage, dass ich kündige.” Eine Entscheidung, die nicht nur von seinem Bauchgefühl, sondern auch von Überlegungen zur Timing geleitet war:

“Ich habe drei Monate Kündigungsfrist. Aber das ist dann genau zum Jahreswechsel. […] Ich wollte eigentlich dem Unternehmen schon die Möglichkeit geben, eine Nachfolge zu suchen, einfach mehr Zeit zu geben.”

Er entschied sich für eine Übergangsphase bis Februar/März, was auch in Hinblick auf seine zukünftige Selbstständigkeit im Outdoor-Bereich sinnvoll erschien: “Es gibt jetzt wenige, die jetzt im Winter sagen, boah ja, das probiere ich aus, da geh raus, es hat gerade 0 Grad.”

Balanceakt zwischen Anstellung und Selbstständigkeit

Die aktuelle Übergangsphase bringt eigene Herausforderungen mit sich. Einerseits möchte Norbert seinem Arbeitgeber gegenüber fair sein und seine Projekte abschließen, andererseits laufen die Vorbereitungen für die Selbstständigkeit bereits auf Hochtouren:

“Das muss man einfach nach der Arbeitszeit dann hinschieben, dass man sagt, okay, jetzt machen wir Gedanken, wie will ich das machen, mit wem möchte ich mich jetzt schon treffen, möchte ich mit jemandem eine Partnerschaft eingehen.”

Die Planung und Vorbereitung geschieht in den Randzeiten – abends, am Wochenende oder während eines Spaziergangs mit seinem Hund. Norbert trägt stets ein Notizbuch bei sich, um spontane Ideen festzuhalten.

Praktische Vorbereitungsschritte

In seiner Vorbereitungsphase hat Norbert konkrete Schritte unternommen:

  1. Administrative Vorbereitungen: Anmeldung bei der Sozialversicherung (SVS), Lösen des Gewerbescheins
  2. Erstellung einer Website: “Ich habe angefangen, mir da mal selber eine Website zu machen. Das war für mich auch einmal ein Erlebnis, eine Herausforderung.”
  3. Brainstorming und Ideensammlung: Regelmäßiges Notieren und Strukturieren von Ideen
  4. Netzwerken und Austausch: Gespräche mit anderen Selbstständigen, Recherche im Internet

Ein wichtiger Aspekt war auch die finanzielle Vorbereitung: “Geholfen hat mir, dass ich einfach auch was angespart habe, dass da einfach im Background ein Kapital ist, wo ich sage, ich weiß, eine Miete kann bezahlt werden für einen Zeitraum.”

Die Reaktionen des Umfelds

Die Entscheidung, den sicheren Hafen der Anstellung zu verlassen, ruft oft unterschiedliche Reaktionen hervor. Norberts Erfahrung war überwiegend positiv:

“Durchwegs positiv. Weil sie gesagt haben, ja, das kann ich mir super vorstellen. […] Der Weg, sich selbstständig zu machen und eine feste Anstellung aufzugeben, haben die dann schon gesagt, ja schon mutig, Respekt.”

Interessanterweise kam auch die Bemerkung: “In deinem Alter, ja da geht das noch” – Norbert ist 42 – was die verbreitete Vorstellung widerspiegelt, dass unternehmerische Entscheidungen an ein bestimmtes Alter gebunden sind.

Wichtige Erkenntnisse aus dem Prozess

Aus Norberts Erfahrung lassen sich einige wertvolle Einsichten für alle ableiten, die einen ähnlichen Weg gehen möchten:

1. Ideen brauchen Zeit zum Reifen

“Ich glaube, dass die Zeit wirklich wichtig ist, dass man das auch reifen lässt”, betont Norbert. Seine Vorbereitungsphase erstreckte sich über etwa ein Jahr – vom Beginn der Ausbildung bis zur Entscheidung für die Selbstständigkeit.

2. Praktisches Ausprobieren ist unersetzlich

“Nebenbei einfach solche Dinge auszuprobieren” war für Norbert ein wesentlicher Aspekt seiner Vorbereitung. Durch die Arbeit mit Kindern, Workshops und Projekte konnte er testen, ob seine Ideen funktionieren – und ob sie ihm überhaupt Freude bereiten.

3. Finanzielles Polster schafft Sicherheit

Die Gewissheit, für eine gewisse Zeit finanziell abgesichert zu sein, auch wenn anfangs noch keine Einnahmen fließen, gibt den nötigen Freiraum für den Aufbau des eigenen Unternehmens.

4. Netzwerk und Austausch sind Gold wert

“Total, andere Impulse, andere Perspektiven einfach zu hören”, unterstreicht Norbert die Bedeutung des Austauschs mit anderen Unternehmern – auch branchenübergreifend.

5. Dem Bauchgefühl vertrauen, aber informiert entscheiden

“Ich habe einfach mein Bauchgefühl gehört”, sagt Norbert, fügt aber hinzu: “Da muss ich ein bisschen in die Zukunft schauen, da war ich ein bisschen blauäugig, muss ich zugeben.” Sein Tipp: Das Bauchgefühl mit guter Information und Beratung kombinieren.

Ein Wort zum Schluss

Der hybride Übergang von der Anstellung in die Selbstständigkeit ist ein Prozess, der Zeit braucht und individuelle Wege kennt. Norbert Schwarz zeigt, wie aus einer Weiterbildung, die zunächst nur als persönliche Bereicherung gedacht war, ein neuer beruflicher Weg entstehen kann.

Sein Beispiel macht Mut, auf das eigene Bauchgefühl zu hören und gleichzeitig planvoll vorzugehen. Die Kombination aus innerer Stimme und äußerer Beratung, aus Leidenschaft und Struktur, bietet eine gute Basis für den erfolgreichen Sprung in die Selbstständigkeit.

Bist du selbst in einer ähnlichen Übergangsphase? Dann nimm dir die Zeit, die du brauchst, teste deine Ideen in kleinem Rahmen, baue dir ein Netzwerk auf und vertraue auf dein Bauchgefühl – aber informiere dich auch gründlich über die praktischen Aspekte der Selbstständigkeit.

Übrigens: In einem kostenlosen Gründungs-Checkup unterstützen wir dich gerne dabei, deinen eigenen Übergang in die Selbstständigkeit zu planen und dir Klarheit über die nächsten Schritte zu verschaffen. Egal, ob du noch ganz am Anfang stehst oder bereits mitten im Prozess bist – gemeinsam finden wir den für dich passenden Weg!

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Website von Norbert Schwarz

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#70: Wann soll ich noch durchhalten, und wann bin ich schon wahnsinnig?

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Wann soll ich noch durchhalten, und wann bin ich schon wahnsinnig?

Eine der schwierigsten Entscheidungen in der Selbstständigkeit ist die Frage: Wann halte ich an einem Projekt fest und wann sollte ich besser aufhören? Diese Kardinalfrage der Gründungsberatung beschäftigt nicht nur Neugründer, sondern auch erfahrene Unternehmer immer wieder. Eine klare Antwort darauf zu finden, gleicht der Suche nach der Nadel im Heuhaufen – und doch gibt es einige Orientierungspunkte, die bei dieser Entscheidung helfen können.

Die zwei Seiten der Medaille

Als Selbstständiger befindest du dich ständig in einem Spannungsfeld: Einerseits ist Durchhaltevermögen eine essenzielle Eigenschaft für den Erfolg. Viele Geschäftsideen brauchen Zeit, um sich zu entwickeln. Andererseits kann das Festhalten an einer nicht funktionierenden Idee zu wahnsinnigem Ressourcenverschleiß führen – sowohl finanziell als auch emotional und gesundheitlich.

Woran erkenne ich, wann es Zeit ist aufzuhören?

1. Deine körperlichen und emotionalen Signale

Dein Körper ist ein exzellenter Berater. Solange du dich grundsätzlich gut fühlst und trotz normaler Herausforderungen bei der Sache bist, gibt es keinen Grund aufzuhören. Kleine Zweifel und Unsicherheiten sind normal im Gründungsprozess. Aber wenn:

  • Du körperliche Warnsignale spürst
  • Die innere Stimme dauerhaft sagt, dass etwas nicht stimmt
  • Du dich zunehmend ausgelaugt und energielos fühlst

…dann ist es Zeit, eine Pause einzulegen und die Situation zu überdenken.

2. Die finanzielle Perspektive

Geld ist der Treibstoff eines jeden Unternehmens. Frage dich:

  • Reichen meine finanziellen Ressourcen für den geplanten Zeitraum?
  • Kann ich meine laufenden Kosten decken?
  • Habe ich Rücklagen für mindestens die nächsten Monate?

Wenn die Tankfüllung bedrohlich niedrig wird, ist es Zeit, die Stopptaste zu drücken oder zumindest eine Pause einzulegen, um die Strategie zu überdenken.

Der realistische Zeithorizont: Die 3-Jahres-Regel

Ein wertvoller Richtwert aus der Praxis: Die meisten Geschäftsideen brauchen etwa drei Jahre, bis sie wirklich rund laufen. Das bedeutet nicht, dass du drei Jahre ohne Einnahmen bleiben wirst. Aber es dauert oft so lange, bis:

  • Das Geschäftsmodell stabilisiert ist
  • Kontinuierliche Einnahmen generiert werden
  • Du wirklich von deinem Business leben kannst

Mit diesem Zeitrahmen im Hinterkopf kannst du besser planen:

  • Packe deinen “Rucksack” entsprechend groß
  • Plane eventuelle Nebeneinkommen ein
  • Teile deine Etappen kleiner ein

Die Bedeutung des externen Blicks

In Situationen, wo du dich fragst, ob du durchhalten oder aufhören sollst, ist der Austausch mit anderen besonders wichtig:

  • Mit anderen Unternehmern: Sie kennen ähnliche Herausforderungen und können wertvolle Perspektiven einbringen
  • Mit deinem Steuerberater: Für eine nüchterne finanzielle Einschätzung
  • Mit Gründungsberatern: Für eine realistische Bewertung deiner Situation und Marktchancen

Der externe Blick hilft dir, blinde Flecken zu erkennen und eine objektivere Einschätzung deiner Lage zu gewinnen.

Verschiedene Phasen, verschiedene Fragen

Die Frage des Durchhaltens stellt sich in verschiedenen Stadien unterschiedlich:

  • Vor der Gründung: Wie lange soll ich an meiner Idee feilen?
  • Frisch gegründet: Wann kommen die ersten stabilen Einnahmen?
  • Im laufenden Betrieb: Wie lange gebe ich einem neuen Projekt eine Chance?

Je nach Phase brauchst du unterschiedliche Unterstützung und Beratung.

Aufhören ist keine Schande

Am wichtigsten: Aufhören bedeutet nicht Scheitern. Es ist:

  • Eine bewusste Entscheidung basierend auf neuen Erkenntnissen
  • Ein Zeichen von Reife und unternehmerischer Klugheit
  • Die Möglichkeit, Energie für neue Chancen zu sparen

Heldenhaftes Durchhalten um jeden Preis ist selten sinnvoll. Manchmal ist Aufhören die bessere Entscheidung – und das öffnet Türen für neue Möglichkeiten.

Praktische Schritte für deine Entscheidung

  1. Pausiere und reflektiere: Nimm dir bewusst Zeit, um aus dem Hamsterrad auszusteigen
  2. Analysiere objektiv: Wo stehst du finanziell, emotional und körperlich?
  3. Hole dir externe Perspektiven: Sprich mit Menschen, die Erfahrung haben und denen du vertraust
  4. Setze dir klare Kriterien: Definiere, unter welchen Bedingungen du weitermachst oder aufhörst
  5. Entwickle einen Plan B: Was wären deine nächsten Schritte, wenn du aufhörst?

Ein Wort zum Schluss

Die Frage “Wann soll ich durchhalten und wann aufhören?” hat keine universelle Antwort. Sie erfordert eine ehrliche Auseinandersetzung mit dir selbst, deinen Ressourcen und deinen Zielen. Der Schlüssel liegt darin, die Balance zu finden zwischen gesundem Durchhaltevermögen und der Weisheit zu erkennen, wann es Zeit für eine Kurskorrektur ist.

Denke daran: Dein Leben ist zu wertvoll, um es mit Dingen zu füllen, die dich nicht erfüllen. Manchmal ist Aufhören der mutigste Schritt – und der Beginn von etwas Neuem und Besserem.

Übrigens: In einem kostenlosen Gründungs-Checkup unterstützen wir dich gerne dabei, deine aktuelle Situation zu analysieren und gemeinsam herauszufinden, ob Durchhalten oder Aufhören für dich der richtige Schritt ist. Denn manchmal braucht es einfach einen ehrlichen Sparringspartner, um Klarheit zu gewinnen!

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#69: Wie können Solopreneure ihre Work-Life-Balance verbessern?

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Wie können Solopreneure ihre Work-Life-Balance verbessern?

Als Solopreneur oder Einzelunternehmer ist man Herr über die eigene Zeit – zumindest in der Theorie. Die Realität sieht oft anders aus: Statt der erträumten Freiheit, an jedem Ort zu jeder Zeit zu arbeiten, wann immer man möchte, entsteht nicht selten ein selbstgeschaffenes Hamsterrad. Die Balance zwischen Beruf und Privatleben wird zur Herausforderung. Doch wie kann man als Einzelunternehmer die Work-Life-Balance verbessern? Und ist eine strikte Trennung überhaupt erstrebenswert?

Die Freiheit und ihre Kehrseite

Die Selbstständigkeit bietet uns eine Freiheit, von der viele Angestellte nur träumen können:

  • Flexible Arbeitszeiten
  • Freie Wahl des Arbeitsortes
  • Selbstbestimmtes Arbeiten
  • Kein Chef, der über die Schulter schaut

Doch wie so oft im Leben gilt: Freiheit kommt mit Verantwortung. Die Kehrseite dieser Medaille ist, dass wir selbst einen Rahmen schaffen müssen, in dem wir produktiv sein können. Ohne diesen Rahmen droht entweder Chaos oder Stillstand.

Wann wird Work-Life-Balance zum Thema?

Interessanterweise taucht die Frage nach der Work-Life-Balance meist nicht unmittelbar mit der Gründung auf, sondern eher:

  • Im ersten oder zweiten Jahr nach der Gründung
  • Wenn das Business Fahrt aufnimmt
  • Bei Veränderungen im Privatleben (Kinder, neue Beziehung, Umzug)
  • In Phasen besonderer Belastung

Nicht jeder Gründer hat automatisch ein Problem mit der Balance zwischen Arbeit und Privatleben. Manche Menschen können von Natur aus gut mit dieser Freiheit umgehen oder haben Strategien entwickelt, die für sie funktionieren.

Zwei grundlegende Perspektiven

1. Die integrative Sichtweise: Ein Leben statt zwei getrennte Welten

Eine radikale, aber befreiende Perspektive ist, sich vom Konzept einer strikten Work-Life-Balance zu verabschieden. Wenn wir für unsere Geschäftsidee brennen und unsere Arbeit lieben, warum sollten wir sie künstlich vom Rest unseres Lebens trennen?

Diese Haltung bedeutet:

  • Akzeptanz, dass berufliche Gedanken nicht um 16 Uhr aufhören
  • Erlaubnis, auch am Wochenende zu arbeiten, wenn man Lust hat
  • Keine künstlichen Grenzen setzen, wo sie nicht nötig sind
  • Freiheit vom Druck, ständig “abschalten” zu müssen

Die Kernfrage lautet: Gibt es überhaupt ein Problem? Wenn nicht, muss vielleicht gar nichts “gemanagt” werden.

2. Die strukturierende Sichtweise: Klare Grenzen für klaren Fokus

Die alternative Perspektive erkennt an, dass hinter dem Wunsch nach besserer Work-Life-Balance oft ein tieferes Problem steckt: fehlendes Zeitmanagement, mangelnder Fokus oder die Schwierigkeit, sich abzugrenzen.

Dieser Ansatz betont:

  • Die Notwendigkeit klarer Strukturen
  • Bewusstes Zeitmanagement
  • Definierte Arbeits- und Freizeitzonen
  • Vermeidung des ungesunden “Kuddelmuddel” zwischen Beruf und Privatleben

Praktische Strategien für bessere Balance

Unabhängig von der grundsätzlichen Perspektive gibt es einige bewährte Strategien, die helfen können:

Die ideale Woche planen

Entwirf ein grobes Gerüst deiner Idealwoche – nicht als starres Korsett, sondern als Orientierung:

  • Wann sind deine produktivsten Stunden?
  • Welche Zeiten reservierst du für tiefe Arbeitsphase?
  • Wann nimmst du dir bewusst Zeit für Erholung?
  • Welche regelmäßigen Termine sind unverrückbar?

Ein persönliches “Betriebshandbuch” erstellen

Dokumentiere für dich selbst:

  • Welche Arbeitsweisen funktionieren für dich am besten?
  • Welche Routinen geben dir Struktur?
  • Welche Grenzen möchtest du setzen und wie kommunizierst du sie?
  • Welche Warnsignale zeigen dir, dass die Balance kippt?

Auf Feedback achten

Oft erkennen wir selbst nicht, wenn die Balance verloren geht. Achte auf Signale:

  • Rückmeldungen von Familie und Freunden
  • Körperliche Symptome (Schlafprobleme, Erschöpfung)
  • Nachlassende Kreativität oder Produktivität
  • Gefühle von Überforderung oder Leere

Regelmäßige Reflexionsphasen einbauen

Plane bewusst Zeit ein, um deine aktuelle Situation zu überprüfen:

  • Stimmt die Balance für dich aktuell?
  • Haben sich die Rahmenbedingungen verändert?
  • Braucht es Anpassungen in deiner Struktur?

Situative Anpassungen statt starrer Regeln

Eine wichtige Erkenntnis: Work-Life-Balance ist kein Zustand, den man einmal erreicht und dann abhaken kann. Es ist ein dynamischer Prozess, der sich mit den Lebensumständen verändert:

  • In intensiven Projektphasen mag die Arbeit dominieren
  • Bei familiären Herausforderungen verschiebt sich der Fokus ins Private
  • Nach einer Gründung braucht es vielleicht mehr Struktur als später
  • Bei Veränderungen im Privatleben muss die Balance neu justiert werden

Der Schlüssel liegt nicht in starren Regeln, sondern in der Fähigkeit, flexibel zu reagieren und die eigenen Strategien anzupassen.

Nachsicht mit sich selbst

Als Solopreneure neigen wir dazu, hohe Ansprüche an uns selbst zu stellen. Doch manchmal drängt sich das Leben einfach vor:

  • Kinder werden krank
  • Angehörige brauchen Unterstützung
  • Unerwartete Krisen tauchen auf

In diesen Zeiten ist Nachsicht mit sich selbst gefragt. Work-Life-Balance bedeutet auch, zu akzeptieren, dass wir Menschen sind und nicht perfekte Unternehmermaschinen.

Ein Wort zum Schluss

Die Frage nach der richtigen Work-Life-Balance hat keine allgemeingültige Antwort. Was für den einen funktioniert, kann für den anderen völlig unpassend sein. Entscheidend ist, den eigenen Weg zu finden und die Strukturen zu schaffen, die zu deiner individuellen Situation passen.

Nicht vergessen: Die Freiheit der Selbstständigkeit ist ein Geschenk. Mit den richtigen Strategien kann sie dich beflügeln, statt dich zu belasten.

Übrigens: In einem kostenlosen Gründungs-Checkup unterstützen wir dich gerne dabei, deine individuelle Balance zu finden und passende Strukturen für deine spezifische Situation zu entwickeln. Denn manchmal hilft der externe Blick, um blinde Flecken zu erkennen und neue Perspektiven zu gewinnen!

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#68: Wie gehe ich mit Rückschlägen um?

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Wie gehe ich mit Rückschlägen in der Gründungsphase um?

Der Weg in die Selbstständigkeit gleicht selten einer geraden Linie zum Erfolg. Vielmehr ähnelt er einer Wanderung durch bergiges Gelände – mit Höhen und Tiefen, steilen Anstiegen und unerwarteten Hindernissen. Rückschläge gehören zum Gründungsprozess wie das Salz in die Suppe. Doch wie kannst du konstruktiv mit diesen Herausforderungen umgehen, statt an ihnen zu verzweifeln? Lass uns gemeinsam einen Blick auf wirkungsvolle Strategien werfen.

Die Normalität von Rückschlägen verstehen

Zunächst die wichtigste Erkenntnis: Rückschläge sind keine Ausnahme, sondern die Regel. Sie sind nicht das Zeichen einer schlechten Geschäftsidee oder mangelnder unternehmerischer Fähigkeiten. Im Gegenteil – sie sind ein völlig normaler Teil des Gründungsprozesses.

Der perfekte Businessplan, bei dem alles genau nach Plan läuft, existiert nur auf dem Papier. In der Realität entwickeln sich Dinge anders als gedacht:

  • Kunden reagieren unerwartet
  • Zeitpläne verschieben sich
  • Umsätze entwickeln sich langsamer
  • Produkte benötigen Anpassungen
  • Unvorhergesehene Hindernisse tauchen auf

Rückschläge als Lernchancen begreifen

Eine der mächtigsten Perspektiven ist, Rückschläge als Lernchancen zu verstehen. Der gesamte Gründungsprozess ist im Kern ein Lernprozess – eine ständige Verfeinerung deiner Idee, deines Angebots und deines Verständnisses vom Markt.

Und hier liegt die entscheidende Erkenntnis: Echtes Lernen findet nicht statt, wenn alles reibungslos läuft. Lernen entsteht durch Reibung, durch die Konfrontation mit dem Unerwarteten, durch kleine und größere Misserfolge. Diese Momente zwingen uns, inne zu halten, genauer hinzuschauen und unser Verständnis zu vertiefen.

Zeit nehmen zum Verstehen

Wenn du mit einem Rückschlag konfrontiert wirst, ist der natürliche Impuls oft, schnell eine Lösung zu finden und weiterzumachen. Doch genau hier liegt eine wichtige Chance: Nimm dir bewusst Zeit, um den Rückschlag wirklich zu verstehen, bevor du nach Lösungen suchst.

Stelle dir Fragen wie:

  • Was ist genau passiert?
  • Warum bin ich überrascht oder enttäuscht?
  • Welche Annahmen haben sich als unzutreffend erwiesen?
  • Was kann ich aus dieser Situation lernen?

Diese bewusste Auseinandersetzung mag unangenehm sein, aber sie ist der Schlüssel zum tieferen Verständnis. Die Alternative – über Probleme hinwegzugehen – spart keine Zeit, sondern verschiebt sie nur. Denn nicht bearbeitete Lernaufgaben kommen später wieder, oft in verschärfter Form.

Emotionen anerkennen und verarbeiten

Rückschläge sind emotional. Sie können Enttäuschung, Frustration, Wut oder sogar Verzweiflung auslösen. Diese Gefühle sind völlig normal und sollten nicht unterdrückt werden.

Eine hilfreiche Herangehensweise:

  1. Erlaube dir, die Emotionen zu fühlen – finde dein persönliches “Ventil” (Sport, Spaziergang, Dusche, etc.)
  2. Schaffe dann emotionalen Abstand – z.B. durch Aufschreiben der Situation
  3. Wechsle bewusst die Perspektive – vom emotionalen Erleben zur analytischen Betrachtung

Die emotionale Verarbeitung ist ein wichtiger erster Schritt, bevor du konstruktiv mit dem Rückschlag umgehen kannst.

Perspektivwechsel: Zurückgehen als Anlaufnehmen

Ein anschauliches Bild kann helfen, Rückschläge neu zu deuten: Wenn jemand einen Schritt zurückgeht oder kurz stehen bleibt, könnte er auch Anlauf nehmen für einen größeren Sprung nach vorn.

Dieser Perspektivwechsel verändert den Blick auf Verzögerungen oder Umwege im Gründungsprozess. Was zunächst wie ein Rückschritt erscheint, kann die notwendige Vorbereitung für einen qualitativen Fortschritt sein.

Das eigene Erleben vs. das der anderen

Ein wichtiger Hinweis: Bei anderen Gründern und Unternehmen scheint oft alles wie “auf einer gemähten Wiese” zu laufen – scheinbar ohne Hindernisse oder Probleme. Doch dieser Eindruck täuscht fast immer. Hinter den Kulissen kämpfen die meisten mit ähnlichen Herausforderungen wie du.

Dieser Realitätscheck kann entlastend wirken und vor unnötigem Selbstzweifel schützen.

Den Blick von außen suchen

In emotional aufgeladenen Situationen fehlt oft die Distanz, um klar zu sehen. Hier kann der Austausch mit anderen eine wertvolle Ressource sein:

  • Gespräche mit anderen Unternehmern, die ähnliche Phasen durchlaufen haben
  • Feedback von Gründungsberatern mit Erfahrung und Überblick
  • Austausch in Netzwerken oder Gründergruppen

Ein externer Blick kann helfen:

  • Blinde Flecken aufzudecken
  • Neue Perspektiven zu gewinnen
  • Lernchancen zu identifizieren, die man selbst nicht sieht
  • Emotionalen Abstand zur Situation zu schaffen

Konkrete Werkzeuge für den Umgang mit Rückschlägen

1. Schriftliche Reflexion

Das Aufschreiben des Erlebten bringt mehrfachen Nutzen:

  • Es schafft emotionale Distanz
  • Es macht diffuse Probleme greifbarer
  • Es hilft, Muster zu erkennen
  • Es dokumentiert Lernprozesse für die Zukunft

2. Fragenkatalog erstellen

Ähnlich wie bei einem Vorstellungsgespräch, bei dem man unvorbereitet war, kann es helfen, die schwierigen Fragen oder Situationen zu notieren und bessere Antworten vorzubereiten – sei es für Kundengespräche, Pitches oder andere herausfordernde Situationen.

3. Handlungsoptionen prüfen

Nach der Analyse ist es wichtig zu fragen:

  • Was kann ich aktiv tun?
  • Was liegt in meiner Kontrolle?
  • Welche konkreten nächsten Schritte ergeben sich?

4. Langzeitperspektive einnehmen

Erinnere dich daran: “Auch diese Phase wird vorübergehen” – sowohl die schwierigen als auch die guten Zeiten sind vorübergehend. Diese Einsicht kann in akuten Krisenzeiten Entlastung bringen.

Vor und nach der Gründung: Unterschiedliche Phasen, ähnliche Prinzipien

Die beschriebenen Strategien gelten sowohl für die Entwicklungsphase vor der formellen Gründung als auch für die Zeit danach im aktiven Geschäftsbetrieb. Der Unterschied liegt oft nur im Druck und in den Konsequenzen:

Vor der Gründung hast du in der Regel mehr Zeit und Raum, um Rückschläge zu verarbeiten und deine Ideen anzupassen.

Nach der Gründung kommen möglicherweise finanzielle Verpflichtungen und Zeitdruck hinzu – umso wichtiger ist es dann, eine gesunde Haltung zu Rückschlägen entwickelt zu haben.

Ein Wort zum Schluss

Der konstruktive Umgang mit Rückschlägen ist keine angeborene Fähigkeit, sondern eine Kompetenz, die sich entwickeln lässt. Mit jeder bewältigten Herausforderung wächst deine Resilienz und deine unternehmerische Reife.

Denke daran: Die erfolgreichsten Unternehmer sind nicht jene, die keine Rückschläge erleben, sondern diejenigen, die gelernt haben, aus ihnen zu wachsen und gestärkt aus ihnen hervorzugehen.

Übrigens: In einem kostenlosen Gründungs-Checkup unterstützen wir dich gerne dabei, deine aktuellen Herausforderungen zu reflektieren und gemeinsam Strategien zu entwickeln, wie du aus Rückschlägen wertvolle Lernchancen für dein Business machen kannst!

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#67: Wie lange soll ich mich auf die Gründung vorbereiten?

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Wie lange soll ich mich auf die Gründung vorbereiten?

Eine der häufigsten Fragen angehender Gründer lautet: Wie lange sollte ich mich auf meine Selbstständigkeit vorbereiten? Gibt es eine Faustregel, einen festen Zeitrahmen oder einen idealen Moment für den Start? Die Antwort mag zunächst enttäuschend klingen, denn sie lautet weder “genau 72 Tage” noch “so lange, bis du dich bereit fühlst”. Die Wahrheit liegt – wie so oft beim Gründen – in einer ausgewogenen Mischung aus Struktur und Bauchgefühl.

Die administrative Gründung vs. der Gründungsprozess

Zunächst ist es wichtig, zwischen zwei Aspekten zu unterscheiden:

Die formale Gründung:

Der rein administrative Akt – Gewerbeanmeldung, Finanzamt, Sozialversicherung – kann erstaunlich schnell gehen:

  • Bei einem Ein-Personen-Unternehmen: etwa 1-2 Wochen
  • Bei einer GmbH: etwa 3-4 Wochen

Der Gründungsprozess:

Die tatsächliche Vorbereitung beginnt aber viel früher – mit dem ersten Gedanken an die Selbstständigkeit, der Auseinandersetzung mit der Geschäftsidee und all den Überlegungen, die dazu führen, dass du bereit bist für den Schritt in die Selbstständigkeit.

Das Pareto-Prinzip der Gründungsvorbereitung

Eine hilfreiche Faustregel: Ziel ist eine Vorbereitung zu etwa 80 Prozent. Die restlichen 20 Prozent kannst und wirst du ohnehin erst im Tun lernen. Es geht nicht darum, alles vorab zu wissen oder für jede Eventualität gewappnet zu sein – das ist unmöglich. Vielmehr solltest du so weit vorbereitet sein, dass du deine Chancen maximal erhöhst.

Die Vorbereitung dient also dazu:

  • Grundlegende Risiken zu erkennen und zu minimieren
  • Einen klaren Plan für die ersten Schritte zu haben
  • Dich mental auf die Herausforderungen einzustellen
  • Praktische Aspekte wie Finanzierung zu klären

Der richtige Zeitpunkt: Die “Hummeln im Hintern”

Der deutsche Entrepreneurship-Professor Günter Faltin prägte in seinem Buch “Kopf schlägt Kapital” den Ausdruck, dass man den richtigen Gründungszeitpunkt daran erkennt, dass man “die Hummeln im Hintern spürt” – also kaum noch stillsitzen kann vor Tatendrang.

Dieser Moment stellt sich typischerweise ein, wenn:

  • Du dich intensiv mit deiner Idee auseinandergesetzt hast
  • Du das Gefühl hast, an alles Wesentliche gedacht zu haben
  • Du dich fit und startbereit fühlst
  • Du innere Ungeduld verspürst, endlich loszulegen

Wichtig dabei: Dieser Moment kommt nicht von heute auf morgen. Er ist das Ergebnis einer längeren Phase des intensiven Auseinandersetzens und Ringens mit der Geschäftsidee.

Ein Zeitrahmen als Orientierung

Erfahrungswerte aus dem Unternehmensgründungsprogramm, das Gründer beim Übergang von der Arbeitslosigkeit in die Selbstständigkeit unterstützt, zeigen: Etwa sechs Monate sind für die “heiße Phase” der Gründungsvorbereitung ein sinnvoller Zeitrahmen.

In diesen sechs Monaten geht es darum:

  • Die Geschäftsidee zu konkretisieren und zu validieren
  • Einen detaillierten Finanzplan zu erstellen
  • Marketingstrategien zu entwickeln
  • Die Website und andere Präsenzmaterialien vorzubereiten
  • Sich mit rechtlichen und steuerlichen Fragen auseinanderzusetzen
  • Ggf. ein Ausstiegsszenario aus dem Angestelltenverhältnis zu planen

Viele Gründer berichten rückblickend, dass diese sechs Monate überraschend schnell vergingen. Wer in dieser Phase erst beginnt, seine grundlegende Geschäftsidee zu finden, wird wahrscheinlich unter Zeitdruck geraten.

Das Spannungsfeld zwischen Planung und Intuition

Als Gründer bewegst du dich stets in einem Spannungsfeld:

Einerseits ist es wichtig, auf dein Bauchgefühl zu hören und den Moment zu erkennen, in dem du bereit bist. Andererseits brauchen die meisten Menschen einen zeitlichen Rahmen, um fokussiert zu bleiben und ihre Energie gezielt einzusetzen.

Ein konkreter Zeithorizont – beispielsweise “Ich möchte mich im September selbstständig machen” – gibt dir einen Fokuspunkt. Ohne einen solchen Ankerpunkt kann sich die Vorbereitung endlos hinziehen oder im Sande verlaufen.

Verschiedene Gründertypen brauchen unterschiedliche Ansätze

Nicht jeder Mensch tickt gleich:

  • Manche brauchen den Druck einer Deadline, um produktiv zu werden
  • Andere benötigen eine lange Planungsphase, um sich sicher zu fühlen
  • Wieder andere springen lieber ins kalte Wasser und lernen beim Schwimmen

Egal, welcher Typ du bist: Eine gewisse Struktur und zeitliche Orientierung ist hilfreich. Selbst wenn du zu den “Deadline-Junkies” gehörst, die erst kurz vor knapp in Hochform auflaufen – ohne ein Zieldatum wirst du möglicherweise nie in diese produktive Phase kommen.

Die Rolle externer Beratung

Die Einschätzung des eigenen Vorbereitungsstands fällt vielen schwer. Hier können Gründungsberater wertvolle Unterstützung bieten, da sie:

  • Objektiven Blick auf den Reifegrad deiner Geschäftsidee haben
  • Erfahrung mit verschiedenen Gründungstypen und -branchen mitbringen
  • Einschätzen können, wo noch Lücken bestehen
  • Realistische Zeitrahmen vorschlagen können

Während Familie und Freunde oft entweder übermäßig enthusiastisch oder unbegründet skeptisch sind, und erfahrene Unternehmer manchmal zu schnellem Handeln raten (“Mach einfach!”), kann ein Gründungsberater gezielt auf deine individuelle Situation eingehen.

Ein praktischer Ansatz

Ein bewährter Weg könnte so aussehen:

  1. Zeithorizont setzen: Lege einen groben Zeitpunkt fest (z.B. “in etwa 9 Monaten”)
  2. Rückwärts planen: Markiere den Beginn der “heißen Phase” etwa 6 Monate vor dem Zieldatum
  3. Meilensteine definieren: Setze dir konkrete Zwischenziele
  4. Flexibel bleiben: Sei bereit, den Zeitplan anzupassen, wenn nötig
  5. Externes Feedback einholen: Hole dir regelmäßig Rückmeldung von Gründungsberatern oder erfahrenen Unternehmern
  6. Auf dein Bauchgefühl hören: Achte auf die “Hummeln im Hintern” als Signal der Startbereitschaft

Ein Wort zum Schluss

Die Frage “Wie lange soll ich mich auf die Gründung vorbereiten?” lässt sich nicht pauschal beantworten. Aber mit einem strukturierten Ansatz, realistischen Zeithorizonten und der richtigen Balance zwischen Planung und Intuition findest du deinen persönlichen Weg.

Wichtig ist, Druck herauszunehmen: Es geht nicht um perfekte Vorbereitung, sondern um eine solide Basis, auf der du aufbauen kannst. Selbst mit der besten Vorbereitung wirst du auf dem Weg in die Selbstständigkeit Rückschläge erleben und dazulernen – das gehört zum Gründerprozess dazu.

Übrigens: In einem kostenlosen Gründungs-Checkup helfen wir dir gerne dabei, deinen persönlichen Vorbereitungsstand einzuschätzen und einen realistischen Zeitrahmen für deine individuelle Situation zu entwickeln. Gemeinsam finden wir heraus, wie lange deine Vorbereitung noch dauern sollte – egal ob es nun 72 Tage sind oder ein ganz anderer Zeitraum!

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